ERLEBNISPÄDAGOGISCHE AKTIONSFORMEN

   
 

Es gibt eine Vielzahl von Handlungsformen und Handlungsfeldern in denen ERLEBEN & LERNEN stattfinden kann. Die hier aufgezeigten Aktionsformen und – Aktionsfelder sind eine kleine Auswahl aus den vielfältigen Möglichkeiten.

   
   
 

Klettern - Erleben - Erfahren

Klettern im Alpstein

Klettern im Donautal

 

Klettern ist aufgrund seines hohen Anforderungs – und Herausforderungscharakters für Körper – Geist – Seele ein wertvolles Medium für pädagogische und therapeutische Intentionen.

Verantwortung übernehmen bei der existenziell notwendigen Sicherung des Partners.

Sich vertrauensvoll in die Hände des verantwortungsbewussten Sicherungspartners begeben.
Herausforderungen annehmen und eigene Widerstände und Ängste ausbalancieren und bearbeiten.
Sich durch Bewegungskreativität immer wieder ins Gleichgewicht bringen und der Schwerkraft trotzen.

Sich bewusst an seine Grenzen zu begeben, um sich Selbst zu erfahren.
Durch Konzentration, Übung und Selbstvertrauen die eigenen Grenzen erweitern und Selbstbewusstsein erlangen.
Gemeinschaftsgefühl und Sinn für Teamarbeit erwerben durch das direkte, selbstverständliche und vital notwendige Aufeinanderbezogensein der Seilpartner.
Dies sind nur einige Aspekte die den persönlichkeitsbildenden Wert des Kletterns kennzeichnen.

Klettern eignet sich daher hervorragend um wichtige persönliche und soziale Kompetenzen und so genannte „Schlüsselqualifikationen“ zu fördern.

 
     

 
 

Abseilen

 

Abseilen als erlebnispädagogisches Medium das insbesondere den Umgang mit Ängsten thematisiert.
An der oberen Kante der Felswand zu stehen, den festen Halt aufzugeben und sich dem dünnen Kletterseil und der Sicherung anzuvertrauen und sich in die mystische Tiefe abzulassen,
aber auch das Gefühl der Freiheit Angst überwunden zu haben, kennzeichnen diese erlebnispädagogische Aktion.
Auf den Annäherungs – Vermeidungskonflikt wird dabei insbesondere eingegangen.
 

 
     

 
 

Teamarbeit auf dem "Mohawk Walk"

 

Teamarbeit auf dem Zick Zack

 

Teamarbeit beim "Bombentransport"

 

Interaktionsspiele und Problemlöseaufgaben als erlebnispädagogische Übungen zur gezielten Steuerung von Gruppenprozessen.

Die Gruppe wird gezielt vor herausfordernde Aufgaben gestellt, die sie z.B. nur gemeinsam lösen kann und bei der idealerweise die unterschiedlichsten Talente und Fähigkeiten aller Teilnehmer benötigt werden.

Effektiv kommunizieren und planen, kreative Entscheidungen treffen und kooperieren, mit Unsicherheiten umgehen und Vertrauen zueinander finden, aber auch Konflikte ansprechen und bewältigen sind dabei u.a. die wesentlichen Themen die bearbeitet werden.

Durch die unmittelbare Reflexion und Verarbeitung der Aktivitäten wird eine differenzierte und realistische Einschätzung der Rollen und Verhaltensweisen in der Gruppe ermöglicht und somit Chancen zur Entwicklung und Veränderung eröffnet.

Mit jeder erfolgreich bewältigten Aufgabe wächst das Vertrauen in der Gruppe und erweitert sich ihr Handlungsspielraum. Die Lust auf neue Herausforderungen wird gesteigert.

 
     

 
 

Der Hochseilgarten TobelRopes

Sprung ins Trapez

Auf der Dschungelbrücke

Teamarbeit auf der "Hohen Halteseilbrücke"

 

Der Hochseilgarten bzw. Ropes-Course ist eine Konstruktion aus Masten oder Bäumen, zwischen denen Stahlseile oder Balken befestigt werden. Durch Kombinationen von Seilen und Balken werden verschiedene Übungen konstruiert, die konzentriert auf kleinstem Raum eine Vielzahl von erlebnispädagogischen Aktionsmöglichkeiten bieten. Dadurch kann sowohl gezielt auf Gruppenprozesse eingegangen werden, als auch individuelle Grenzerfahrung ermöglicht werden.

Das entscheidende Merkmal des Hochseilgartens ist, dass Einzel – Partner – und Gruppenübungen in einer Höhe von bis zu 12m stattfinden.

Themen wie, kann ich die Herausforderungen annehmen und eigene Widerstände und Ängste ausbalancieren, kann ich meinem Partner vertrauen und mit ihm zusammenarbeiten, kann ich Unterstützung annehmen und/oder kann ich selbst Unterstützung leisten, wie arbeite ich am effektivsten mit meinen Partnern zusammen, wie kann ich meine und die Ziele der Gruppe erreichen, werden hier auf eine existentielle Art und Weise angesprochen.

Mit jeder erfolgreich bewältigten Aufgabe wächst das Selbstvertrauen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe. Der Handlungsspielraum wird erweitert  und die Lust auf neue Herausforderungen steigt.

Bei der unmittelbar danach stattfindenden Reflexion werden die Aktivitäten gemeinsam verarbeitet und ein Transfer zum „LebensAlltag“ hergestellt und somit Chancen zur Entwicklung und Veränderung eröffnet.

 
     

 
 

Mobile Seilbrücke über einen Fluss

 

Mobile Seilbrücken und Seilaufbauten als erlebnispädagogische Aktionsformen, bei denen sowohl gezielt auf Gruppenprozesse eingegangen werden kann, als auch individuelle Grenzerfahrung ermöglicht wird.

Die Angst überwinden und den Schritt ins Ungewisse wagen, auf einem dünnen Seil über dem Abgrund balancieren, sich trotz der saugenden Tiefe auf das Ziel konzentrieren und Schritt für Schritt voranschreiten;

bzw. Effektiv kommunizieren und planen, kreative Entscheidungen treffen und kooperieren, mit Unsicherheiten umgehen und Vertrauen zueinander finden um die Problemstellung gemeinsam zu bewältigen.

 
     

 
 

Trekking in Norwegen

 

Trekking über ein Schneefeld in Norwegen

 

Bergwandern eine erlebnispädagogische Aktivität mit meditativen Naturerfahrungsmöglichkeiten.
Sich langsam immer höher arbeiten, seinen Rhythmus finden, die komplette Ausrüstung und den gemeinsamen Proviant im Rucksack auf dem Rücken, den Atem und Schweiß spüren und über sich hinaussteigen.
Den Gipfel erreicht, die Aussicht auf eine majestätisch erhabene Landschaft, ein Blick auf die Welt von oben, der neue Perspektiven aufzeigt.
Gemeinsam im Biwak den Sternenhimmel betrachten.
Vielleicht sich aber auch vor dem nahenden Gewitter in Sicherheit bringen, regendurchnässt Schutz in der Berghütte finden.
Alpines Wissen, Wetterkunde, Orientierung und Ökologie sind daher auch weitere inhaltliche Themen.

 
     

 
 

Solo Biwakplatz

 

Solo als erlebnispädagogisches Medium für eine „Reise ins innere Selbst “.
Schweigen – Erinnern – Wünschen und ein Brief an sich Selbst sind die Themen des Solos.
Alleine sein in der Natur, Übernachten im Biwak unter freiem Himmel, die Ausrüstung und der Proviant dabei auf das Notwendigste beschränkt, so dass Ablenkung aus „Zeitvertreib“ vermieden wird, provozieren eine Konfrontation mit sich Selbst.
Die bisherigen Lebenserfahrungen und die während des Projekts gemachten Erfahrungen werden dabei thematisiert und zukünftige Ziele für sich Selbst definiert.
Eine intensive Reflexion / Transfer ermöglichen die Verarbeitung der oftmals tiefen Eindrücke und Erfahrungen.

 
     

 
 

Landart

 

LandArt ist die optimale Schnittstelle in der Erlebnispädagogik zwischen den Erlebnisformen Kunst und Natur.

Sich von Orten und Grundstoffen der Natur inspirieren zu lassen, um unmittelbar vor Ort mit den vorhandenen Materialien Kunstwerke zu gestalten.

Sehen, Fühlen, Wahrnehmen, das Material, der Ort und die Form sind hier untrennbar verbunden im gemeinsamen Schaffen.

Neben dem ästhetischen Gestaltungswillen geht es bei diesem Arbeiten in der Natur auch darum den Bezug zur Umwelt und ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu intensivieren.

Im Sinne der Natur ist es dabei auch, den ständigen Wandel, die Veränderung als etwas Natürliches zu sehen. Jede Arbeit entsteht, bleibt, vergeht, so wie sich die Natur in einem Zustand des ständigen Wandels befindet. 

 
     

 
 

Reflexion und Transfer

 

Reflexion und Transfer sind zentrale Aspekte erlebnispädagogischer Projekte.
Reflexionen haben dabei eine doppelte Funktion: Rückblick im Sinne einer Integration der gemachten Erfahrungen und Vorausschau im Sinne einer Nutzung dieser Erfahrungen für künftige Lernsituationen.
Folgende Fragen sind dabei u.a. kennzeichnend:
Was ist passiert ? Was bedeutet das und wie fühlt Ihr Euch dabei ? Was nun ?
Ein Transfer der gemachten Erfahrungen in den Alltag wird durch eine dem "Thema der Teilnehmer" entsprechende (möglichst isomorphe) Auswahl der Aufgabenstellungen und darauf Bezug nehmende Reflexionen ermöglicht.